Ungebackene Käsetorte

Deutschland ist das Land der Käsekuchen und Käsetorten. Der Name ist geläufig, aber auch irreführend. Genauso wie „Leberkäse“ weder Leber noch Käse enthält, ist der meiste Käsekuchen eher ein gebackener Quarkkuchen. Mir sind die meisten Käsekuchen zu trocken. Anders verhält es sich mit dem leckeren, saftigen, pikanten Käsekuchen, der unter dem Namen „New York Cheesecake“ in aller Welt bekannt ist.

Dieser Käsekuchen ist eigentlich eine Käsetorte - und die unterscheidet sich durch zwei wichtige Dinge vom normalen Käsekuchen: Sie schmeckt wirklich nach Käse, und sie wird nicht gebacken, sondern nur angerührt. Das macht ein wenig Arbeit, lohnt die Mühe aber allemal. Sie schmeckt einfach so, man kann aber auch frische Erdbeeren dazu essen.

Ein so simples Rezept verlangt Arbeit, aber auch allerbeste Zutaten. Wer auf dem Bauernhof Molkereiprodukte oder im Feinkostladen Creme Fraiche aus Frankreich bekommt, hat den ersten Schritt zur perfekten ungebackenen Käsetorte schon gemacht.

 

Die Zutatenliste:

18 Löffelbiskuit

125 Zucker

75 Gramm Butter

4 Eigelb

10 Blatt Gelatine (farblos)

200 Gramm Frischkäse

150 Gramm Creme fraiche

100 Gramm Hüttenkäse

eine Vanilleschote

eine Zitrone

 

Zunächst bekommt die gute, alte Küchenmaschine endlich einmal Arbeit: Die Löffelbiskuits werden mit dem Mahlwerk fein zerkleinert und mit 25 Gramm Zucker verrührt. In einer Schüssel schmelzen wir über einem Wasserbad die Butter – sie darf keinesfalls braun werden. Ist sie gerade eben flüssig, rühren wir die Keks-Zucker-Mischung darunter. Butter und Kekskrümel müssen sich gut vermengen. Bevor die Masse kalt wird und sich nicht mehr formen lässt, verteilen wir sie auf dem Boden einer runden Springform, die wir gut eingefettet haben. Nicht nur der Boden muss bedeckt sein, auch an den Seiten ziehen wir den Rand ein bis zwei Zentimeter nach oben.

Diese Springform kommt nun nicht in den Ofen, sondern in den Kühlschrank. Unsere Käsetorte ist eine ungebackene Käsetorte, und das gilt auch für den Boden. Im Kühlschrank wird die flüssige Butter nämlich wieder fest und bildet mit den Kekskrümeln und dem Zucker einen festen Boden – nicht eben kalorienarm, aber lecker.

Während der Boden also abkühlt und dabei fest wird, können wir uns der Käsefüllung widmen. In einer Schale weichen wir 5 Blatt Gelatine in kaltem Wasser ein. Das dauert ein wenig, und können wir schon mal in einer Rührschüssel über einem heissen Wasserbad die 4 Eigelb und die restlichen 100 Gramm Zucker aufschlagen. Dazu gehören Kraft und Ausdauer. Der Zucker muss sich völlig auflösen, die Mischung muss schön schaumig und dickflüssig ein. Die Schüssel vom Wasserbad nehmen, und hinein kommt die eingeweichte und ausgedrückte Gelatine.

Nun folgt Fitnessprogramm zweiter Teil: Kräftig schlagen, bis sich die Gelatine völlig mit der Ei-Zucker-Mischung verbunden hat. Die Schüssel zur Seite stellen, und in einer anderen Schüssel geht die Arbeit gleich weiter:

Wir vermischen den Frischkäse mit dem ausgekratzten Mark einer Vanilleschote, einem Spritzer Zitronensaft und der abgeriebenen Schale der Zitrone. Kräftig rühren, nach einiger Zeit wird die Masse schön glatt. Nun kommen noch der Hüttenkäse und die Creme Fraiche hinzu. Je besser hier die Ausgangsprodukte, desto besser später der Geschmack: Die Creme Fraiche sollte einen kleinen, gelblichen Schimmer haben, der Frischkäse sollte möglichst naturbelassen sein.

Nach ein paar Minuten ist die Masse glatt gerührt, und nun müssen wir nur noch die andere Schale dazu geben. Die Eimasse mit der Gelatine zügig unterrühren, und dann wird die Füllung mit Löffel, Messer und Palette auf dem inzwischen fast fest gewordenem Boden verteilt. Und nun: Ab in den Kühlschrank. Dort sollte unsere Käsetorte jetzt 3 Stunden Zeit haben, damit sie fest wird und reift.

Danach tauchen wird die Springform ganz schnell in heisses Wasser, damit sich Boden und Käsebelag lösen können. Wir können unsere ungebackene Käsetorte jetzt noch verzieren mit reifen Erdbeeren oder mit einigen Minzblättchen – oder sie einfach so verspeisen!

 

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