Michaels Rezept für Apfel-Blutwurst-Strudel

Überall im Norden gibt es Blutwurst in den Fleischereien. Aufgeschnitten in Scheiben ist sie eine Spezialität, die oft und gern gegessen wird. Auf einer Schlachteplatte zum Beispiel ist immer Blutwurst zu finden, die man im Norden auch Rotwurst nennt. Warm wird sie hingegen nur selten gegessen, anders als in Süddeutschland oder in Frankreich.

Das ist schade, denn kombiniert mit Sauerkraut und Kartoffeln oder verarbeitet mit Obst wie Birnen oder Äpfeln schmeckt Blutwurst genial. Die warme Verarbeitung nimmt der Blutwurst ihre fettige Schwere. Lecker wird es allerdings nur, wenn das Grundprodukt erstklassig ist. Es gibt Blutwurst, die mit Soja oder Eiweißpulver gestreckt wird. Je mehr Zusatzstoffe auf dem Etikett stehen, desto schlechter. Glutamat, Würze, Hefeextrakt und solche Stoffe gehören nicht in eine Blutwurst.

Die beste Blutwurst gibt es wahrscheinlich beim Metzger um die Ecke, der seine Wurst noch selber macht. Sie sollte nicht zu fettig sein - und nicht luftgetrocknet, Sonst ist sie zum Verarbeiten zu fest. Ob die Blutwurst aus dem Darm kommt oder aus der Dose - das ist egal.


Zutaten für den Strudel:

  • 400 g Mehl
  • 60 ml Erdnussöl
  • 5 g Salz
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Ei

 

Die Zutaten für die Füllung:

  • 1 Kilo Kartoffeln
  • 1 Kilo Äpfel
  • 400 g durchwachsener Speck
  • 600 g Blutwurst
  • 100 ml Erdnuss-Öl
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Bund Thymian
  • 500 g Quark
  • Schnittlauch, Petersilie
  • scharfes Paprikapulver
  • 1 Schuss flüssige Sahne

 

Das Salz in lauwarmes Wasser auflösen, mit dem Mehl und dem Öl zu einem weichen Teig verarbeiten. Das geht nur, wenn mit den Händen gründlich geknetet wird. Den gekneteten Teig zu einem Kloss formen, mit Öl bestreichen und auf einem bemehlten Blech abgedeckt wenigstens 1 Stunde ruhen lassen.

Dann auf einem großen bemehlten Tuch über die Handrücken ausziehen, ganz dünn. Man sagt, dass man durch einen Strudelteig hindurch schauen muss, so dünn soll er sein. Das erfordert viel Arbeit und eine Menge Fingerspitzengefühl. Fertiger Strudelteig aus dem Supermarkt ist nur zweite Wahl. Aber wenn er ohne viele Zusatzstoffe hergestellt wird, kann er eine schnelle Alternative sein. Wichtig ist: Dünn ausgerollt muss er sein.

So schmeckts im Ahrenshof - Das Kochbuch von Michael ThürnauJetzt geht es an die Füllung: Die rohen Kartoffeln würfeln, den Speck in Streifen schneiden, Apfel und Blutwurst ebenfalls würfeln. Das Öl in eine Pfanne geben, und darin diese Zutaten 10 Minuten anschwitzen. Pfeffern und Salzen, mit Schnittlauch und dem fein gerupften Thymian bestreuen. Vom Feuer nehmen, damit die Füllung etwas auskühlen kann. Sie darf nicht mehr zu heiß sein - sonst quillt der Teig auf, wenn wir jetzt die Masse darauf verteilen, schön gleichmäßig.

Vorsichtig einrollen, immer fest andrücken und immer wieder darauf achten, dass alles schön anliegt. Auf ein leicht geöltes Backblech legen. Ein Ei in einer Tasse mit etwas Wasser verrühren und diese Mischung mit einem Pinsel auf dem Strudel verstreichen. Nun brauchen wir noch einen kleinen Trick, damit der Strudel perfekt wird. Wenn wir den Strudel jetzt im Ofen garen, entsteht Wasserdampf, der den Teig von innen aufweicht oder Löcher in den Teig reißt. Damit der Wasserdampf abziehen kann, stechen wir mit einem Zahnstocher oder einem anderen Gegenstand kleine Löcher in die Oberfläche des Strudels.

Während der Strudel bei 180 Grad im Ofen eine knappe halbe Stunde gart und leicht braun wird, können wir die Beilage herstellen. Der Kräuterquark ist schnell gemacht. Den abgetropften Quark mit einem Schuss Sahne verrühren. Schnittlauch und Petersilie ganz fein schneiden, mit Pfeffer, Salz und Paprika abschmecken, fertig.

Wenn der Strudel fertig ist, aus dem Ofen nehmen und einige Minuten ruhen lassen. Dann schräg aufschneiden und mit dem Kräuterquark servieren. Als Beilage ist frischer Blattsalat perfekt!

Übrigens: Der Strudel schmeckt auch kalt perfekt!

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So schmeckt's im Ahrenshof
Das Kochbuch von Michael Thürnau und Holger Oestmann
Regionale Landküche mit Geschichten, Rezepten und Getränketipps von Klaus Baumgart. Sie haben die Möglichkeit das Kochbuch über unsere Internetseite www.der-ahrenshof.de zu bestellen. Ein Exemplar kostet 15,00 € und ist gegen Vorkasse erhältlich. Die Versandkosten betragen zusätzlich 2,50 €.

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Michaels Rezept vom Schoko-Kuchen

 

Lecker: Mein lockerer Schoko-Kuchen

Bei der INFA-Kochshow 2008 gab es jeden Tag frischen Kuchen - und viele Besucher haben nach den Rezepten gefragt. Wer es genau wissen möchte, findet alle Kuchen-Rezepte in dem Buch "Thürnaus tolle Torten". Das können Sie zum Beispiel auf dieser Seite bestellen - einfach den Button oben rechts anklicken. Das Buch gibt es aber auch überall im Buchhandel, bei amazon im Internet oder ab und zu auch bei einigen ebay-Anbietern. Wie versprochen gibt es hier aber eines der Rezepte zum Nachbacken. Ein Schokokuchen, der warm am besten schmeckt - mit oder ohne frische Schlagsahne.

Die Zutaten

  • 250 Gramm Zucker
  • 125 Gramm Süssrahmbutter
  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 60 Gramm Mehl
  • und 250 Gramm Schokolade
  • etwas Puderzucker zum Bestäuben
  • evtl. ein Glas Kirschwasser oder ein Cognac
  • evtl. Schlagsahne


Über einem Wasserbad in einer Schüssel aus Metall die Butter zum Schmelzen bringen. Mit einem Schneebesen wird die flüssige Butter dann leicht schaumig geschlagen, bevor wir eine Prise Salz dazu kommt.

Nun wird die Schokolade in der Butter geschmolzen und beides zusammen schaumig gerührt. Wer mag, kann in diese Mischung jetzt ein Gläschen Kirschwasser geben. Nun müssen die Eier getrennt werden. Das Eigelb kommt in eine kalte Schüssel und wird mit dem Zucker schaumig gerührt. Ist die Schüssel nicht kalt, kann das Eigelb gerinnen, also höchste Vorsicht. Ich empfehle immer, Eier und Eischnee mit der Hand zu schlagen. Es kommt dann mehr Luft hinein, und diese Lockerheit schmeckt man im Kuchen. Also Zucker und Eigelb ein paar Minuten kräftig schaumig schlagen und zur Seite stellen.

In einer dritten Schüssel kann nun das Eiweiss verarbeitet werden, auch das geschieht in einer kalten Schüssel mit einem Schneebesen. Je steifer das Eiweiss jetzt wird, desto lockerer ist später der Kuchen. Die Mühe lohnt sich also. Als kleine Stabilitätshilfe darf eine Prise Weinstein mit hinein. Weinstein, dieses Wunderpulver, dient als Mehlersatz. Da unser Kuchen ja später mit nur wenig Mehl gebacken wird, tut es im Eischnee gute Dienste.

Nun stehen vor uns drei Schüsseln mit leckeren Inhalt, die nun noch in der richtigen Reihenfolge vermischt werden müssen. Zunächst geben wir in die geschmolzene Schokobutter das gesiebte Mehl. Kräftig rühren ist Pflicht und sorgfältig schauen, dass sich alle Klümpchen, die sich eventuell bilden, gut auflösen.

In die Mehl-Butter-Schokomischung kommt nun der Inhalt der zweiten Schale, in der sich das schaumige Eigelb mit dem Zucker befindet. Wieder gut verrühren.

Den Teig nun eine Minute ruhen lassen, dann kommt ganz vorsichtig aus Schüssel 3 das steif geschlagene Eiweiss hinzu. Mit einem Löffel ganz sacht unter den Teig heben und in eine ausgebutterte Form geben.

Die kommt nun in den Herd, bei ca. 190 Grad. Nach rund 45 Minuten ist er fertig. Danach vorsichtig aus der Form lösen und mit etwas Puderzucker bestäuben oder mit Schokolade überziehen.

 

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Michaels Rezept: Imam Bayildi - gefüllte Auberginen aus der Türkei

Haben Sie Vorbehalte gegen vegetarisches Essen? Ich überhaupt nicht, solange kein Dogma daraus wird. Auf Fleisch ganz verzichten will ich nicht. Vor kämpferischen Vergetariern graut es mir - es gibt Menschen, die froh über jede Nahrung sind und die nicht darauf achten können, ob es vegetarisch ist oder nicht. Trotzdem: Wir essen oft zuviel Fleisch - und das kann jeder ändern, ohne auf Genuß zu verzichten. Heute empfehle ich einen Klassiker der türkischen Gemüseküche: Imam Bayildi heisst übersetzt "Der Imam fiel in Ohnmacht", angeblich weil es so lecker war.


Für 4 Portionen brauchen wir folgende Zutaten:

  • 4 Auberginen, vier Zwiebeln
  • 4 Zehen Knoblauch, 4 geschälte Tomaten (aus der Dose)
  • eine handvoll glatte Persilie
  • 4 Sardellenfilets, 4 Peperoni
  • Salz, Pfeffer, Zimt
  • Olivenöl, Peffer, Salz, Zucker, Thymian

 

In der Pfanne schmort die Füllung

Die Auberginen werden halbiert, dann auf der Schnittfläche daumentief eingeschnitten und mit grobem Salz bestreut. So lassen wir die Auberginen 20 Minuten ziehen. Abtupfen, dann mit einem Löffel zwei Zentimeter tief aushöhlen und bis zum Braten in Salzwasser legen, sonst werden sie braun. Zwiebeln, Peperoni und Knoblauch sehr fein hacken, in Olivenöl anschwitzen.

Die Dosentomaten (sind aromtischer als die meisten frischen) zerdrücken und samt Saft in die Pfanne geben. Dann kommt das Fruchtflesich der Auberginen dazu. Kräftig würzen, 5 Minuten köcheln und zum Schluß Zimt und etwas Zucker dazu. Die Füllung kommt nun in die Auberginenhälften und wird mit gehackter Petersilie bestreut. Im Ofen auf einem geölten Blech für eine halbe Stunde bei 180 Grad garen. Das schmeckt kalt oder warm und darf gerne vor dem Servieren mit etwas türkischem Joghurt übergossen werden.

In die Füllung können Sie auch, wenn es sein muß, Hackfleisch gben. Dann heisst das Gericht anders, schmeckt aber trotzdem toll, und wird in der Türkei nur warm gegessen.

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