Wundertüten-Kuchen

 

Dies ist einer meiner Lieblingskuchen. Ein Kuchen, der erst ein paar Tage reifen muss, bevor man ihn mit Genuss verspeisen kann. Deshalb und auch von den Zutaten erinnert er ein wenig an Weihnachtsstollen, ist aber weniger schwer. Der Name „Wundertüten-Kuchen“ klingt ein wenig seltsam – hat aber seine Berechtigung: Ich verarbeite im Teig alles, was mein Vorratsschrank so hergibt. Manchmal bleibt vom Backen ja ein Rest an Schokoraspeln über, manchmal etwas Nougat oder Zitronat. Das alles wird in meinem Wundertüten-Kuchen verarbeitet – genau wie bei einer Wundertüte weiß man vor dem Öffnen des Vorratsschrank nie, was denn heute so drin ist.

Eine genaue Zutatenliste ist also unmöglich. Aber gerade das ist ja der Reiz. Die Phantasie ist der beste Ratgeber beim Backen.

 

Mein Zutaten-Vorschlag:

500 Gramm Mehl

500 Gramm Süssrahmbutter

250 Gramm Zucker

6 Eier

1 Päckchen Backpulver

250 Gramm Rosinen

ein Löffel Vanillezucker

eine kleine flüssige Sahne

einen Spritzer Zitronensaft

eine Prise Salz

und je 50 Gramm von allem, was der Vorratsschrank hergibt. Zum Beispiel Walnusskerne, Schokoraspeln, Orangeat, Zitronat, Nougat, Mandelblättchen .......

 

Das sind viele Zutaten, und wir bekommen davon eine Menge Teig. Deshalb brauchen wir eine große Kuchenform – eine Napfkuchen- oder Gugelhupfform mit wenigstens 28 Zentimeter Durchmesser. Aber dazu später mehr. Zunächst bereiten wir alles für den Teig vor.

Das Mehl ordentlich sieben, Nusskerne hacken oder in der Küchenmaschine zermahlen, die Zitrone auspressen, Schale der unbehandelten Zitrone abreiben, Rosinen einweichen und gut abtropfen lassen.

All das dauert seine Zeit, und das ist auch gut so. Beim Wundertüten- Kuchen werden alle Zutaten zimmerwarm verarbeitet. Eier und Butter und Milch haben beim Vorbereiten also genug Zeit, Temperatur anzunehmen.

Aber dann geht es los mit dem Backen. Zunächst kommen die 6 Eier in eine große Rührschüssel, Eiklar und Eigelb zusammen. Mit einem Schneebesen werden sie verquirlt und dann gemeinsam mit dem Zucker und der handwarmen Butter schaumig gerührt. Dazu gehört ein wenig Kraft und Ausdauer, denn schaumig rühren heißt: Viel Luft in die Eier schlagen. Je besser das gelingt, desto lockerer ist später unser Kuchen.

Wenn es nun schön schaumig ist, rühren wir zunächst eine Prise Salz in diese Masse, dann einen Löffel Vanillezucker und den Zitronensaft.

Das nun auch noch die sorgfältig abgeriebene Zitronenschale hineinkommt, hat einen Grund: Zitronensaft ist schön sauer und somit ein wichtiger Kontrast im süßen Kuchen, der manche Aromen erst zur Geltung bringt. Das Aroma der Zitrone ist aber nicht im Saft, sondern in der Schale. Also wird die Schale mit einer Reibe oder einem speziellen Abzieher ganz dünn von der Frucht gelöst.

Noch mal rühren, damit alles schön schaumig bleibt, und dann kommen die Schätze aus unserer Wundertüre dazu. Wie gesagt: Erlaubt ist alles. Nüsse sind wichtig, und ich bevorzuge Walnüsse, weil sie ein starkes Aroma haben. Aber es gehen auch Haselnüsse oder Mandeln.

Dann die Schokostreusel, aber es kann auch feingehacktes Nougat sein. Und wenn der Vorratsschrank beides nicht hergibt, können wir auch eine Tafel Schokolade fein hacken und in die Schüssel rühren.

Nun kommen noch Orangeat und Zitronat hinzu. Beides ist auch als Sukkade bekannt und ein unerlässlicher Bestandteil in der Weihnachtsbäckerei aber es schmeckt nicht nur zur Weihnachtszeit ...

Noch mal alles gut durchrühren und zur Seite stellen – die Zutaten sollen Feuchtigkeit ziehen, das macht sie später im Kuchen leckerer.

In einer zweiten Schüssel verrühren wir inzwischen das gesiebte Mehl mit dem Päckchen Backpulver. Diese Mischung kommt nun zügig in die große Rührschüssel zu den anderen Zutaten. Alles wird gut verrührt – und fertig ist der Teig, in den wir nun noch einen Schuss flüssige Sahne geben – das macht ihn schön geschmeidig. Kurz ruhen lassen.

In der Zwischenzeit buttern wir die Kuchenform gut aus und streuen – wie beim Gugelhupf – gehobelte Mandelscheibchen hinein. Das lässt den Wundertüten-Kuchen später mit Leichtigkeit aus der Form gleiten.

Der Teig kommt nun in die Form und dann für ca. 70 Minuten bei 180 Grad in den vorgeheizten Backofen. Unser Wundertüten-Kuchen soll nicht zu dunkel werden, also müssen wir ihn sorgfältig beobachten. Wird er braun, muss er aus dem Ofen.

Nach einer Stunde erfüllt herrlicher Duft die Küche – nun ist die Zeit der Selbstdisziplin gekommen. Unser Verlangen möchte, dass wir den Kuchen sofort anschneiden, aber die Vernunft soll siegen: Der Wundertüten-Kuchen muss in der Form auskühlen, wird dann mit einer Alufolie bedeckt und kommt für mindestens zwei Tage zum reifen an einem kühlen Ort. Wie bei einem Weihnachtsstollen ziehen so alle Zutaten gut durch und machen den Kuchen saftig.

 

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