Michaels Rezept für Ziegenkäse mit Honig und Wildkräutersalat

Gut essen hat auch viel mit dem Überwinden von Vorurteilen zu tun. Ziegenkäse essen manche Menschen nicht, weil sie Angst vor dem angeblich strengen Geschmack haben. Löwenzahn oder Schafgarbe halten sie für Unkraut. Und Honig hat für sie nichts zu suchen auf eher deftigen Gerichten.

Unsere Vorfahren waren da toleranter. Wildkräutersalat zum Beispiel wurden früher viel gegessen. Oft, weil es nichts anderes gab. Aber bald entdeckten sie: Es gibt viele ungewöhnliche Delikatessen. Und Ziegenkäse schmeckt nicht streng, er schmeckt nur, wie Käse schmecken muss. Einen Gaumen, der von Zucker in Fertiggereichten oft verdorben ist, muss man manchmal erst wieder an den typischen Geschmack gewöhnen.

Dieses Rezept ist einfach zuzubereiten, und es ist ein typisches Produkt der regionalen Küche, die sich auf die Zutaten der Umgebung besinnt.

Wildkräuter werden langsam wiederentdeckt. Man kann sie selbst sammeln, aber das ist meist zu mühselig. Wer nicht selbst im Garten anpflanzt, wird in Bioläden fertige frische Kräutermischungen finden. Schon das Lesen der Namen macht neugierig - und hungrig: Löwenzahn, Sauerampfer, Brunnenkresse, Brennnesselblätter, Pimpinelle, Schafgarbe, Wegerich, Portulak, Guter Heinrich, Gänseblume, Kapuzinerkresse. Je nach Jahreszeiten können wir das nehmen, was gerade lieferbar ist.

Genauso suchen wir den Ziegenkäse. Es darf kein Frischkäse sein, der würde im Ofen zerlaufen. Aber sonst haben wir die freie Auswahl. Ziegencamembert vom Bauernhof? Gerne. Ein gereifter cremiger Ziegenkäse aus dem Fachgeschäft? Klar. Oder sogar eine Scheibe Ziegenrolle aus dem Supermarkt? Warum denn nicht! Pro Person brauchen wir 100 bis 150 g.

 

Die Zutaten für den Käse:

  • 4 Stücke gereifter Ziegenkäse
  • 4 Zweige Rosmarin
  • 4 Knoblauchzehen
  • 50 g Waldhonig
  • 1 rote Zwiebel
  • 4 Kirschtomaten
  • 1 TL Paniermehl
  • 1 TL weiche Butter
  • Die Zutaten für den Salat:
  • 300 g gemischte Wildkräuter
  • 5 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • 200 g Dickmilch, es geht auch Joghurt
  • Kräutersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 50 g gehackte Haselnüsse
  • 2 Scheiben Weiß- oder Graubrot
  • 1 TL Butter

Die Zubereitung geht zügig. Den Backofen auf 180 Grad erhitzen, möglichst auf Umluft. Das Backblech mit Alufolie oder Backpapier auslegen und die Ziegenkäsescheiben darauf legen. Nun werden die Käsescheiben zunächst mit je einem kleinen Löffel Waldhonig beträufelt. Darauf kommt je ein Zweig Rosmarin. Die halbierten Kirschtomaten, den zerdrückten Knoblauch, die in dünne Scheiben geschnittene Zwiebel - all das wird auf dem Käse angerichtet. Dann je mit einem Teelöffel Paniermehl bestreuen und oben drauf eine kleine Butterflocke. Inzwischen müsste der Ofen heiß geworden sein. Der Käse kommt für knapp 10 Minuten in den Ofen - solange, bis er zu zerlaufen beginnt oder sich eine braune Kruste bildet.

Nun erst kommt die Salatzubereitung. Machen wir es vorher, fallen die zarten Kräuter in sich zusammen. Die Kräuter also gründlich waschen, im Geschirrtuch trocken schleudern und in mundgerechte Stücke zupfen.

In der Butter das gewürfelte Brot mit etwas Salz knusprig rösten. Das Sonnenblumenöl in einer Schüssel mit Zitronensaft, Dickmilch, Kräutersalz und Pfeffer zu einer Marinade rühren. Darin die Wildkräuter mehrmals wenden und auf einem Teller anrichten.

Nun nur noch mit den Haselnüssen und den Brotwürfeln bestreuen und jeweils ein Stück des herrlich duftenden Ziegenkäses darauf setzen.

Mehr braucht es nicht, um einen Genießer glücklich zu machen.

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