Frisch renoviert: Der Kult-Italiener "Da Piu" in Hannover

"Piu". Der winzige Laden in Hannovers Goethestrasse ist Espressobar, Spezialitätenhandel, Trattoria und Treffpunkt in einem. Seit 30 Jahren sind Gabriela Piu und ihr Team Kult, und jetzt haben sie dem Lokal einen frsichen Anstrich gegönnt. Das war nicht ohne Risiko, denn das Publikum liebte den sehr italienischen Charme - wenn man es mal vorsichtig ausdrücken will: Wenig Platz, kreatives Chaos, sehr italienisch eben. Nach 2 Monaten Umbau hat "Piu" nun wieder offen - und die Renovierung ist mehr als gelungen.

 

"Insalata Sarda" mit Oliven und Pecorino

Hell und einladend erstrahlt der Laden. Die wackligen runden Stehtische sind stabilen Holztafeln gewichen. Weiße Wände und olivgrüne Streifen wirken freundlich, das freiliegende Mauerwerk im oberen Teil gibt dem Laden etwas besonderes. Und so modern das Piu" jetzt auch ist - die alte Gemütlichkeit hat die Renovierung überlebt. Zur Mittagszeit platzt der Laden aus allen Nähten. Alle kommen wegen der Atmosphäre - und natürlich wegen der guten Küche. Auch da hat sich einiges getan. Die Karte ist kleiner geworden, denn in der Küche wird jetzt noch mehr selbst gemacht als früher. Jeden Morgen entstehen im "Piu" die Nudeln selbst. Das braucht Zeit und Platz, und deshalb gibt es keine Fleisch- und Fischgerichte mehr.

Frische Calamari mit viel Gemüse - lecker

Mit einigen Ausnahmen allerdings, denn natürlich verzichtet Gabriela Piu nicht auf die beliebten Tagesgerichte wie Fleischbällchen (köstlich!) oder das geschmorte Lamm. Und natürlich nicht auf das Lieblingsessen der meisten Besucher am Freitag: Frische Calamari, frittiert oder aus der Pfanne. Dazu gibt es Salat oder Gemüse. Diese Calamari haben nichts gemein mit den radiergummiähnlichen Tiefkühl-Ringen, die fetttriefend aus mancher Restaurantküche kommen. Sie schmecken nach Meer, sind zart und aromatisch. Freitags kommt dieses Tagesgericht dutzendfach aus der kleinen Küche. Neu auf der Karte ist auch der "Sardische Salat": Tomaten und Blattsalat, köstlich angemacht, mit Oliven und sardischem Pecorino.


Einfach genial: Nudeln mit sardischer Salsiccia

Das Familie Piu aus Sardinien kommt, merkt man auch an der neuen Weinkarte. Die sardischen Weinproduzenten waren ja schon immer keine Adligen, sondern einfache Bauern. Deshalb gibt es einen einfachen, ehrlichen Wein. Der weisse Vermentino ist ebenso kräftig und intensiv wie der rote Cannonau. Und wo wir schon bei den Getränken sind: Manch Gast kommt am Morgen auch nur wegen des ausgezeichneten Espresso, der hier aus einer alten Maschine perfekt temperiert in die kleinen Prozallantassen tröpfelt. Dazu gibt es zum Frühstück all die leckeren Pannini oder Tramezzini (Toast) mit Schinken und Käse, mit Mortadella. Besonders köstlich, gesund und typisch italienisch: Panini Melanzana mit Olivenöl und gebratener Aubergine.


Der Teller mit diversen Antipasti - hausgemacht

Das Carpaccio im Piu ist nicht zu dünn geschnitten, reichlich belegt mit Kapern. Das hausgemachte Vitello Tonnato ist ebenso köstlich wie der gemischte Teller mit Anitpasto. Und dann diese tolle Auswahl an selbstgemachten Nudeln: Spaghetti, Tagliatelle, Maccheroni, Campanelle, Tortellini, sardische Gnocchetti. Meine Empfehlung: "Campanelle Salsiccia Sarda" mit scharfer Salsiccia oder "Maccheroni alle Toni" mit eingelegtem Gemüse. Und wenn man Pizza mag: Die kommt hauchdünn und knusprig aus dem Ofen - so wie es ein muss. Das "Tiramisu" und "Panna Cotta" selbst gemacht sind - das muss ich nicht mehr erwähnen. Das Piu in der Goethestrasse hat geöffnet von 7 bis 18 Uhr, und alle Köstlichkeiten gibt es auch zum Mitnehmen.

Guten Appetit!

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Ein Stück Italien im "Da Lina" auf Hannovers Marienstrasse

Eine Stadt ist umso lebenswerter je vielfältiger die Gastronomie ist. Es ist also ein gutes Zeichen für Hannover, was sich da seit einiger Zeit in der Marienstrasse tut. An der Ausfallstrasse aus dem Zentrum Richtung Osten tummeln sich rund um den REWE-Markt einige Lokale, die den Besucher glücklich machen. Erst kamen dort die Bagel-Brothers mit ihren herrlichen Produkten wie "Sesambagel mit Frischkäse und Lachs". Dann folgten der Bio-Markt, die Cafebar "Glüxkind", ein Asiate, das Cafe "Lucas Gamenfreude". Mein Lieblingslokal dort ist seit kurzem "Da Lina", ein kleiner italienischer Laden. Den gibt es schon seit über 5 Jahren, aber erst jetzt habe ich ihn für mich entdeckt.

Lina und Michele Daluis waren früher eine Institution in der Markthalle, dem Bauch von Hannover in der Innenstadt. Den Stand dort gibt es noch, aber die Namensgeberin ist auf die Marienstrasse gezogen mit ihrem "Da Lina". Eine genaue Beschreibung fällt schwer. Feinkostladen? Trattoria? Caffeeteria? Irgendwie trifft alles zu auf den Laden. Von außen ein wenig unscheinbar öffnet sich drinnen ein Stück Italien. In den Glasvitrinen stapeln sich Leckereien wie Schinken, herrliche Salami, Antipasti und Käse. Die alte Espressomaschine zischt, wenn der starke Kaffee in die Tassen tröpfelt. Teuer? Nein, das ist es nicht im "Da Lina". Faire Preise für tolle Gerichte. Allein die Platte mit einer Auswahl der Vorspeisen macht schon satt - und glücklich.

Und dann erst diese herrlichen Nudeln in großer Vielfelt, jeden Tag wechselnde Angebote. Nudeln mit Salsiccia zum Beispiel - köstlich. Mein Favorit ist das Rindergulasch mit Fusilli, den Spiralnudeln, herrlich zart und leicht scharf. Das habe ich selten besser gegessen. Auf der Karte ist aber auch ein traumhaftes Risotto, von der Chefin in der kleinen Küche handgerührt. Zum Essen schmeckt ein italienischer Wein, und dabei kann man das bunte Treiben auf der Marienstrasse an sich vorbeiziehen lassen.

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