Michaels Rezepte: Die wunderbare Friesentorte

Traumhaft lecker: Die wunderbare Friesentorte Traumhaft lecker: Die wunderbare Friesentorte © bingobär.de/ Andre Chales de Beaulieu

Rezepte für Friesentorte gibt es wohl ebenso viele wie für Rote Grütze. Zu sagen, welches das beste ist, fällt naturgemäss schwer. Aber eines sollte klar sein: Kirschkompott gehört nicht in eine Friesentorte – Pflaumenmus muss es sein. Keines aus dem Becher, sondern selbstgemachtes, nicht so süsses. Eine Glaubensfrage ist die Art des Bodens: Soll es nun ein Knetteig sein, aus dem die dünnen Böden gebacken werden? Oder nimmt man Blätterteig? Ich habe beides probiert, beides auch gebacken und finde, das ein Knetteig besser zu den anderen Zutaten passt.

 

Bei meiner Friesentorte brauchen wir:

 

für die Böden

  • 250 Gramm Mehl
  • 200 Gramm Süssrahmbutter
  • 1 Ei
  • 100 Gramm Creme Fraiche
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 25 Gramm Vanillezucker

für die Streusel

  • 200 Gramm Mehl
  • 100 Gramm Zucker
  • 125 Gramm Butter
  • ein Gläschen Pflaumenbrand oder Zwetschgenwasser
  • ein Teelöffel Vanillezucker
  • ein halber Teelöffel Zimt, gemahlen

für das Pflaumenmus

  • 1 Kilo sehr reife Pflaumen
  • 100 Gramm Zucker
  • 1 Glas Pflaumenbrand oder Zwetschgenwasser

für die Füllung

  • 1 Liter Sahne
  • 2 Vanilleschoten
  • 1 Esslöffel Zucker
  • Puderzucker

 

Das Pflaumenmus wird vorher getrennt gekocht. Das ist so einfach, das es wirklich keinen Grund zum Kauf von fertigem Pflaumenmus gibt. In eine flache Bratreine oder ofenfeste Pfanne geben wir ganz wenig Butter, verteilen darauf die entkernten und gründlich gewaschenen Pflaumen. Mit dem Zucker bestreuen und in den auf 240 Grad vorgeheizten Ofen schieben. Irgendwann beginnen die Pflaumen zu köcheln - das ist der Zeitpunkt, in dem wir die Temperatur zurückdrehen auf ca. 150 Grad. Die Pflaumen sollen nur ganz leicht kochen. Die einzige Arbeit, die wir nun noch haben mit dem Pflaumenmus ist das regelmässige umrühren. Nach zwei Stunden können wir noch ein Gläschen Zwetschgenwasser oder Pflaumenbrand in die Masse geben. Nach zweieinhalb Stunden ist unser Pflaumenmus fertig und kann abkühlen.

Nun kümmern wir uns um den Rest der Friesentorte. Das Mehl sieben und mit dem Backpulver vermischen. In einer Schüssel nun diese Mischung mit der handwarmen Butter, dem Mehl, dem Zucker, dem Ei und der Creme Fraiche rasch miteinander verkneten und dann kalt stellen.

Aus dem Teig werden später 4 Böden, die alle mit Streuseln belegt werden - unsere Friesentorte ist ein wahres Meisterwerk. Für die Streusel mischen wir Butter, Mehl und Zucker mit einem Löffel Zimt und dem Vanillezucker. Mit den Fingerspitzen kneten und schliesslich noch das Gläschen Pflaumenbrand dazu geben. Etwas stehen lassen und durch ein grobes Sieb drücken, damit die Masse feiner wird.

Den gekühlten Knetteig nun in vier gleich grosse Kugeln teilen, mit Mehl bestäuben und mit einem Nudelholz dünn ausrollen. Der Teig muss eine grosse runde Backform füllen, am besten eine mit 28 cm Durchmesser. Auf dem Boden jetzt die Streusel verteilen und bei 220 Grand für eine Viertelstunde in den Ofen. Ob sie in einem grossen Ofen alle vier Böden gemeinsam backen oder in einem kleinen nacheinander - das ist völlig egal. Die Böden dann auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit können wir die Sahne schlagen. Friesentorte ist kein Diätprodukt, darum sollte die Schlagsahne einen möglichst hohen Fettanteil haben - denn sie schmeckt einfach besser als ihre fettarme Variante. Je kälter übrigens die Sahne in die Rührschüssel kommt, desto steifer wird sie. Unter die geschlagene Sahne mischen wir noch das Mark der Vanilleschoten, das wir vorher mit dem Zucker verrührt haben.

Nun müssen wir die Einzelteile nur "zusammenbauen" - und fertig ist die Friesentorte. Drei der vier Böden werden mit einer Schicht Pflaumenmus bestrichen und dann mit einer Schicht der geschlagenen Sahne. Jeweils ein halber Zentimeter darf das schon sein. Dann setzen wir die drei bestrichenen Böden auf einander und verzieren die Oberseite mit Sahne, die wir zuvor in eine Spritztüte gefüllt haben.

Den vierten Boden teilen wir jetzt noch mit einem scharfen Messer von der Mitte aus in 12 bis 16 gleichgrosse Teile und setzen sie schrägt auf die obere Sahneschicht (siehe Foto). Jetzt muss das Meisterwerk nur noch mit Puderzucker bestreut werden. Zur Friesentorte schmeckt Kaffee, Ostfriesentee und natürlich hinterher ein "Pfümli" oder Zwetschgenbrand.